Igelhaus im Selbstbau
Literaturtipps zur Igelpflege, Bezugsquellen für Igelhäuser und Igelfutter
Igeltagebuch
12.12.2010:
Da sitzt man nichts ahnend am Sonntag beim Frühstück und schaut mal sinnierend in den Garten. Was ist das? Durch den Garten stapft ein kleiner Igel.
Es ist Dezember, es ist kalt, der Schnee der letzten Wochen ist gerade weg und Igel haben um diese Jahreszeit im Winterschlaf zu liegen. Also raus, den kleinen Kerl erst mal in einem kleine Pappkarton festgesetzt und uns schlau gemacht. Richtig erinnert, im Web wird darauf hingewiesen, daß Igel unter 600gr. nicht für den Winterschlaf vorbereitet sind und es ein schlechtes Zeichen ist, sie um diese Jahreszeit und vor allem tagsüber zu sehen.
Nächste Aufgabe: Igel wiegen.
Hmm!? Die Küchenwaage mit einem Wildtier zu beschmutzen ist nicht akzeptabel. Also kleine Kiste suchen, "Autsch!", Handschuhe an, Igel rein, Igel wiegen. Ergebnis: Igel - Kiste = 380 Gramm.
Das ist definitiv zu wenig um über den Winter zu kommen. Der Kleine braucht Hilfe. Bei den einschlägig bekannten Stellen, die sich um Fundtiere kümmern, ist niemand erreichbar, die biologische Station im Wald ist nicht besetzt, lt. Internet gibt es auch keine Igelstation hier in der Nähe.
Toll! Wir haben ein Problem!
Was tun? Draußen auf der Terrasse im Pappkarton kann er nicht bleiben. Der Keller ist für einen Igel, der aktiv und nicht im Winterschlaf ist, zu kalt und es fehlt an Tageslicht.
Bleibt nur ein Raum im Haus. Die Entscheidung fällt auf unser Bücherzimmer, das am seltensten benutzt wird und katzensicher verschließbar ist. Ein kurzer Rundgang durch Lager und Keller bringt hinreichend Baumaterial für ein provisorisches Igelgehege.
Heimwerkerzeit!
So sieht das fertige Notgehege dann eine halbe Stunde später aus:
Damit dem Kleinen ein wenig Privatsphäre gegeben ist und er einen ruhigen warmen Schlafplatz hat, kommt noch ein, mit Zeitungsknäueln gefülltes Häuschen dazu. Eine Ecke des Geheges wird noch zum Wackel-In-Restaurant ausgebaut:
Kurz darauf wurde das neue Heim von unserem Gast in Augenschein genommen und anscheinend für gut befunden:
Soweit für heute. Viel Hoffnung, den kleinen Kerl morgen in pflegende Hände geben zu können, habe ich nicht, aber es wird auf jeden Fall versucht. Den Katzen gefällt es nämlich nicht im geringsten, plötzlich aus einem Raum ausgesperrt zu sein und dazu aus diesem noch fremde Geräusche und Gerüche zu bemerken.
13.12.2010
Tag 2 beginnt. Cpt. Hog (ja, der Gast hat schon einen Namen) hat das zur Nacht angebotene Futter komplett vertilgt. Damit hat er gestern knapp ein Drittel seines Eigengwichtes verputzt.
Tagesaufgabe für heute: Ein qualifiziertes Winterquartier für ihn zu finden. Wir kennen uns zu wenig aus und die Vorstellung, den ganzen Winter einen aktiven Igel im Haus zu haben, ist nicht so prickelnd.
Erste Anlaufstelle ist die Biologische Waldstation. Ein längeres Telefonat mit dem zuständigen Biologen sorgt dafür, daß ich einiges, was ich bisher im Web recherchiert habe, wieder dem Vegessen anheim fallen lasse.
Den Igel aufzunehmen war wohl richtig, man rät aber davon ab, ihn bis zum Frühling zu beherbergen, da damit das Risiko steigt, daß er dann, frisch ausgesetzt und wach, ernsthafte Probleme bekommt, wenn es denn nochmal kalt wird.
Empfohlen wird, ihn aufzupäppeln und dann, zu frostfreier Zeit, wieder auszusetzen. Wenn irgend möglich, mit Futterangebot und einem vorbereiteten Winterquartier. Dann würde der Kleine sich die Schlafhöhle vorbereiten und seinen Winterschlaf in natürlicher Umgebung fortsetzen.
Klingt plausibel!
Über meinen Tierarzt habe ich die Telefonnummer einer Wildtieraufzuchtstation bekommen, wo ich mir noch eine zweite Meinung holen will. *ring*, keiner da. !
Stunden und einige Versuche später ruft eine nette Dame der Station zurück. Sie bestätigt die Aussagen des Biologen und bietet sogar an, den Kleinen bei ihr zum Aufpäppeln abzugeben. Gut, aber ein paar Wochen kriegen wir auch allein hin.
Wir bekommen von ihr noch Tipps bezüglich Ernährung, Parasitenbekämpfung und das Angebot, bei Problemen auf sie zurückzugreifen. Das beruhigt. Cpt. Hog darf bleiben.
Mal schauen, wie es ihm geht. Es ist 17:00 Uhr und dunkel, aber in der Schlafkiste rührt sich nix. Also Zeit, ungestört die Hinterlassenschaften der nächtlichen Freßorgie zu beseitigen. Schon erstaunlich, was so ein kleines Kerlchen pinkeln kann!
Die von ihm entsorgten Feststoffe machen ihrem Namen keine Ehre, aber das ist wohl dem gerade wieder hochgefahrenen Stoffwechsel zuzurechnen. Gut, daß die FAZ dick ist, denn es geht beim Klobuzze eine Menge frisches Drainagematerial drauf.
Putzkolonne durch, lassen wir ihn weiterschlafen. Bei der nächsten Visite ist Leben in der Kiste. Gelegenheit das Gewicht zu kontrollieren:. 413g, also ca. 10% mehr als am Fundtag. Ein gutes Zeichen! Zurück ins Gehege gesetzt, wird sofort wieder die vertraute Höhle als Fluchtort genutzt. Ist also auch akzeptiert.
Abends gegen acht, da wird ihm dann sein Mahl gebracht. Wie gehabt, Katzenfutter mit Müsli und ein Stück Apfel. Er wartet, bis wir nicht mehr stören und putzt die Hälfte weg. der Rest verschwindet in der Nacht. Nur der Apfel wird diesmal verschmäht.
14.12.2010
So langsam kriegen wir Routine. Die morgendliche Reinigung der Sanitärräume (über die genaue lokalisation derselben sollten wir mal reden), geht zügig von statten. Die gefundene Hardware wird ihrem Namen auch schon mehr gerecht, hat aber noch nichts mit dem zu tun, in das man im Sommer auf der Wiese immer reintritt.
Langsam wird er zutraulicher. Wenn ich ihn hochnehme, was er mit umgehenger Kugelbildung quitiert, und auf die Hand lege. entspannt er sich schon ein wenig und streckt die kleine Nase raus. Wir müssen aber noch ein wenig an unserem Verhältnis arbeiten.
Auf anraten der Aufzuchtstation wird in der Apotheke ein Mittel gegen Kopfläuse beschafft, was bei Igeln wohl auch das beste und verträglichste gegen Flöhe ist. Die erste Apothekerin schaut mich mitleidig an und scheint die Geschichte mit dem Igel nicht für glaubhaft zu halten. Das Mittel hat sie nicht O-Ton:" das brauchen wir HIER nie!". Klar, die Mutter des verlausten Balges aus dem Dorf kauft es bei Bedarf in der anonymen Stadt. Was sollen die Leute denn denken? *g*
Letztendlich läßt sich das Zeug aber doch beschaffen. Fast 14€. Na toll!
Die Behandlung gegen Flöhe bringt dann erst mal wieder Vertrauensverlust beim Stacheltier. Damit werde ich leben müssen.
Das gebotene Futter hingegen wird weiterhin gut angenommen. Ansonsten ist Faulheit angesagt. Das Beste, was man bei diesem Dreckswetter tun kann.
15.12.2010
Schwarze, feste Würmchen finden sich auf der Zeitung. Die Verdauung von Cpt. Hog hat zu normaler Funktion zurückgefunden.
Am Morgen gewogen (keine Ahnung, warum er gerade wach war), liegt das Gewicht bei unfassbaren 494gr! Will er so schnell wieder weg? Nee, nee! Für die nächsten Tage ist heftiger Schneefall und Kälte angesagt.
Der Rest des Tage: Routine. Fast! Die abendliche Sitzung auf der Hand wird mittlerweile so gut akzeptiert, daß man mal neugierig sein kann. Und schau an, wir haben ein Mädchen!
16.12.2010
Im Westen nichts Neues! Vor dem Abendmahl gewogen, bringt er nur noch 453gr auf die Waage. (Eigenmemo: feste Zeit zum wiegen planen)
17.12.2010
Ach ja, bevor noch jemand fragt: Fotos gibt es z.Zt. keine. Ich habe mir angewöhnt, unseren Gast nur noch mit Kopflampe und Rotlicht zu besuchen, um seinen Takt nicht zu stören. Ein Blitzlicht wäre da nicht wirklich angebracht. Augen nachtaktiver Tiere sind recht empfindlich. Der geneigte Leser wird um Verständnis gebeten. Sofern Madame sich zu einer Photosession bei Tageslicht bereit erklärt, werden Photos nachgeholt. Versprochen!
Den 5. Tag ist er erst hier und es hat sich schon eine tägliche Routine entwickelt. Die wird heute mal unterbrochen. Zum Abendessen gibt es Katzenfutter mit einer Variation vom Rührei. Die Reaktion darauf sorgt für eine dauerhafte Erweiterung der Menükarte. Ei wird geliebt.
Bei der täglichen Gewichtskontrolle meldet die Waage (vor Ei&Co!) 489gr.
Es scheint sich also auch bei der Gewichtszunahme eine Routine zu entwickeln.
18.12.2010
Business as usual. Wirklich Berichtenswertes gibt es heute nicht. Der Tagesablauf pendelt sich bei fressen, kacken, pennen, fressen,... auf der einen und gucken, Klo putzen, gucken, füttern, gucken.. auf der anderen Seite ein.
Ein beherzter Tritt in den Wassernapf sorgt aber trotzdem für hinreichend Beschäftigung meiner Wenigkeit.
Doch etwas Bemerkenswertes gab es heute. Madame hat, auch wenn man bei Mädels nie über Alter und Gewicht reden sollte, heute mit 501gr die 1/2-Kilo-Klasse verlassen.
19.12.2010
Shit! Im wahrsten Sinne des Wortes. :( Die Hinterlassenschaften sind heute vielfältig, aber sehr dünn gesät. Das gestern zum Futter gereichte und komplett verputzte Apfelstück ist wohl nicht so gut vertragen worden und hat durchschlagende Wirkung gezeigt. Das erklärt auch den heute etwas kräfitgeren Geruch im Igelquartier (welches übrigens normaler- und erstaunlicherweise deutlich weniger nasenorientierte Hinweise auf die Anwesenheit eines Wildtieres trägt).
Ok, es ist ja glücklicherdings genug Zeitung für einen Komplettaustausch des Playgrounds vorhanden. Gesagt, getan und memoriert, den Apfel aus dem Speiseplan zu streichen.
Das Ergebnis des Wiegerituals zeugt auch von Unverträglichkeit und ergibt nur noch ein Kampfgewicht von 478gr.
20.12.2010
Ein ereignisloser Tag. Madame macht das, was man mit Montagen immer tun sollte. Sie verschläft ihn.
Die Nachwirkungen des Apfels klingen sichtbar ab. Dem Wiegeritual entzieht man sich geschickt.
21.12.2010
Der Apfel hat keine weiteren Spuren hinterlassen. Die Waage zeugt mit einer Anzeige von 521gr auch für die wieder aufgenommene Vorratsspeicherung. Gut so!
Dafür sind heute zum Abend die meisten Blätter aus dem Gehege verschwunden. Bisher wurden immer nur Teile der Schlafhauseinrichtung ausgelagert, nun scheint es den umgekehrten Weg zu gehen. Nestbau? Lassen wir uns überraschen.
Auch wenn sie es noch immer nicht mag, und mit kleiner Rolle quitiert, hochgehoben zu werden, scheint Frl. Hog es mittlerweile doch angenehm zu finden, die Nase und den, erstaunlich weich bepelzten, Bauch gekrault zu bekommen. Wenn's mehr nicht ist. Das kann sie gerne haben.
30.12.2010
Die letzten Tage hat Madame sich etws rar gemacht. Sie ist halt FDP-Anhängerin. Ihre Spuren waren zu sehen, sie hingegen kaum.
Was das Futter angeht zeigt sich langsam eine Maximalmenge dessen, was täglich vertilgt wird. Ist das Angebot größer, werden die Haferflocken großzügig aussortiert und anschließend ignoriert. Eine Standarddose Katzenfutter reicht exakt für drei Tage.
Diverse Dosen davon haben dem Igel mittlerweile zu stolzen 548gr verholfen. Madame wird rundlich! *g*
Ach ja, heute war auch mal wieder Phototermin. Die Versuche mit Stativ unter Rotlicht waren ziemlich erfolglos, aber ein kruzer Moment mit Raumbeleuchtung hat wenigstens für ein halbwegs brauchbares Photo gereicht:
Wie man sieht, ist, bevor es wieder in die Freiheit geht, noch eine ausgiebige Maniküre fällig.
01.01.2011
"Frohes neues Jahr, Madame Hog!"
Die Silvesternacht, die hier normalerweise auch relativ ruhig verläuft, schien sie nicht sonderlich beeindruckt zu haben. Es sind die üblichen Hinterlassenschaften ihrer nächtlichen Aktivitäten zu bewundern. Aus der Hütte ist ein leises Grunzen zu vernehmen Schnarcht sie? Gut, daß sie ein Einzelzimmer hat!
05.01.2011
600 Gramm! Hurray!!!! Damit ist die magische Schwelle überschritten, wir können daran denken, sie auszuquartieren. Wenn denn nicht draußen alles tief verschneit wäre! Madame, sie bekommen noch eine Gnadenfrist und weiterhinn all-inclusive-Unterbringung.
12.01.2011
Nun ist sie schon einen Monat bei uns zu Gast. Und ausgerechnet heute unternimmt sie einen Ausbruchsversuch. Wie undankbar!
Naja, ganz unschuldig bin ich daran nicht. Es gab heute die tägliche Futterration ca. 2h später als gewohnt und Geduld ist anscheinend nicht ihre Stärke. Also hat sie sich aufgemacht, Selbstversorgung zu versuchen und hat die komplette Zeitungsunterlage umgegraben. Die verwendete Folie ist wohl für einen mittlerweile kräftigen, aktiven und fast 650gr schweren Igel nicht stabil genug.und hat einem kletterversuch nicht standgehalten. Durch den entstehenden Riß hat sich sich durchgequetscht und sitzt jetzt sichtlich irritiert im Gehege unter der Folie. Klar, Parkett unter den Pfoten ist angenehmer als Zeitung.
Ein beherzter Griff und Madame ist wieder auf der Oberfläche. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit wetzt sie in Richtung Schlafkiste und versteckt sich erst Mal.
Das gibt Zeit und Ruhe, den entstandenen Schaden zu begutachten und zu beseitigen. Gesagt, getan, Folie wieder gedichtet. Es wird Zeit, daß der Schnee verschwindet!!
17.01.2011
Das Wetter ist gut, der Schnee geschmolzen. Die Zeit für den Auszug ist gekommen. Ein Bauplan für das Außenquartier liegt schon länger bereit, es kann losgehen. Wie fängt man sowas an? Richtig, mit einem Besuch im Baumarkt. Plan unter den Arm und ab geht es ins Männerparadies. Oha! Die Preise für wetterfeste, auf Maß geschnittene Holzplatten lassen Zweifel am Vorhaben aufkommen.Also wird statt dessen auf einfacheres Material zurückgegriffen. Ein Paket Kiefernpaneele und eine brauchbare Folie fürs Dach schlagen mit ca. 17€ zu Buche. Alles andere an benötigtem Material wird sich finden.
Um die Sinnhaftigkeit des Vorhabenes zu unterstützen, unternimmt der Igel auch noch einen zweiten Ausflug in die Unterwelt des Geheges.Das zur Vorbereitung des Winterschlafs angebotene Trockenfutter wird zwar als Zugabe gern genommen, als Vollmahlzeit aber wohl nicht akzeptiert. So wollte das Mädel wohl was anderes suchen. Ach ja: Danke für die Pfütze!
18.01.2011
Naja, ich bin nicht unbedingt der Profi in Sachen Holzbearbeitung und eine kaputte Stichsäge sorgt auch nicht unbedingt für die Beschleunigung des Bauvorhabens, was sich dementsprechend auch fast den ganzen Tag hinzieht und dem Ergebnis auch anzusehen ist. Aber egal, einen Architekturpreis will ich auch nicht gewinnen.
Kiste fertig, morgen wird der Untermietvertrag fristlos gekündigt. Hier ein kleiner Baubericht
19.01.2011
Es ist soweit! Die fertige Kiste landet zum Innenausbau in der Küche und die schlafende Madame in ihrem Karton in der Kiste.
Isolierung rein, Reiseverpflegung dazu, Deckel drauf, Auszug!
Ein trickreich aufgestelltes Hindernis vor dem Eingang funktioniert als Melder und zeigt gegen 22Uhr, daß Madame irgendwo im Garten unterwegs ist. Eine kurze Kisteninspektion zeigt einen halbleeren Futterteller. Der Bewegungsmelder wird wieder vor die Tür gestellt und wir können nur noch warten.
20.01.2011
Tja, was soll ich sagen? Ein wenig geknickt war ich dann doch, als sich heute Morgen zeigte, daß der Igel anscheinend nicht mehr zurückgekommen ist. Das Futter steht noch genau wie gehabt in der Ecke der Hütte und die Schlafkiste ist leer.
Da heißt es abwarten. Hat sie ihr altes Winterquartier wieder aufgesucht? Mal schauen, ob sie des Abends noch Futter abholt.
Ist das das Ende einer wundersamen Freundschaft und dieses kleinen Tagebuches?
To be continued? Wir lassen uns überraschen und wünschen Cpt. Hog auf jeden Fall schon mal alles Gute für das weitere Leben.
01.02.2011
Die Hütte ist noch immer leer. Allerdings verschwindet seit 3 Tagen das bereitgestellte Futter nicht mehr. Die Katzen, die wir in Verdacht hatten, geräubert zu haben, sind aber noch regelmäßig präsent.
Es scheint also, daß Cpt. Hog sein altes Winterquartier nutzt, eventuell noch nachgebessert hat und sich in der Zeit bei uns versorgt hat. Nun ist es draußen wieder konstant unter null Grad und wir vermuten, daß das Igelchen jetzt die zweite Runde des Winterschlafs in Angriff genommen hat..
Wenn nichts Bemerkenswertes passiert, ist hier also vorerst Schluß. Mal schauen, ob wir unseren Pflegling im Frühjahr wiedersehen.
15.02.2011
Nachdem die letzten Tage wieder regelmäßig das bereitgestellte Futter verschwunden ist, aber nicht herauszufinden war, durch wen, war ein Griff in die Trickkiste angesagt.
Der Boden im Esszimmer des Igelhauses wurde kurzerhand mit einer dünnen Schicht feuchtem Sand belegt. Die Spurensicherung führte dann auch am nächsten Morgen zur Überführung des Täters. Wie vermutet, war es nicht unsere Igeldame, von der wir hoffen, daß sie gemütlich pennt, sondern eine der Katzen aus der Nachbarschaft. Die Vorgabe einer katzensicheren Unterbringung des Futters erfüllt unser Igelhaus also nachweislich nicht. Ich hätte nicht gedacht, daß sich die Mäusepolizei in die enge Höhle hineintraut. Denkste! Das Schlupfloch zu verkleinern, wäre fatal, denn das Häuschen soll später eventuell auch einer ausgewachsenen Igeldame als Heimstatt dienen. Eine andere, sinnvolle Lösung mag mir momentan aber partout nicht einfallen. Allerdings werde ich bei Gelegenheit spezielles Igelfutter beschaffen. Mal schauen, ob Katzen auch Spaß an Kerbtieren und Ähnlichem haben.
20.06.2011
Tja, was soll ich sagen? Ich glaube, Cpt. Hog ist wieder da.
Ob sie es wirklich ist, kann ich wegen versäumter Markierung nicht mit Bestimmtheit sagen. Ein Blick ins Gesicht, läßt es mich aber vermuten.
Gestern am frühen Abend saß sie (oder ihre Doppelgängerin) unerwartet unter der Gartenhecke. Damit nicht genug, war sie nicht allein. In trauter Gemeinsamkeit <del>hogten</del> hockten sie zu zweit, kuschelnd (?) im Schutz der Hecke. Im Gegensatz zu ihrem Begleiter, ließ sie sich allerdings nicht vom Licht der Taschenlampe erschrecken. Die Gelegenheit habe ich natürlich zu einem kurzen Check-Up genutzt. Fazit: Weitestgehend parasitenfrei und wohlgenährt. Ich würde sie auf das 1,5-fache des Aussetzgewichtes schätzen, was ein durchaus akzeptabler Wert ist. Ja, ja, ich weiß, bei Damen spricht man weder über Alter noch über das Gewicht, aber sie kann ja nicht lesen.
Die Hütte ist noch immer verweist, obwohl das Futter regelmäßig, vn wem auch immer, verdrückt wird.
Wie dem auch sei. Die Hütte bleibt als Quartier stehen und kann als Familienwohnsitz genutzt werden. Wenn nicht, wird sie, bei Bedarf im, Winter als Notquartier dienen, notfalls auch wieder im Bücherzimmer. Platz wäre dort auch für eine ganze Familie.
19.10.2011
Ein Blick auf das Außenthermometer zeigt eindeutig, daß der Sommer vorbei ist. Die Nachttemperaturen liegen unter 5 Grad.
Außer den üblichen Spuren und Geräuschen im Garten war seit Juni von den Igeln nichts mehr zu bemerken. Gesehen habe ich sie nicht mehr.
Heute, am späten Abend schlug der Bewegungsmelder an und hat die Außenbeleuchtung ausgelöst. In Erwartung der üblichen, hungrigen Nachbarkatzen einen Blick rausgeworfen und was gab es zu sehen? Richtig! Einen dicken Igel, der sich zwischen Kompostkiste und dem verwaisten Igelhaus zu schaffen machte. Flugs ein wenig Futter in ein Schälchen gepackt, die Tür geöffnet und .... eimem eilig flüchtenden Igel nachgeschaut. Hmm! Wenn das Futter schon angerichtet, kann ich es auch gleich stehen lassen. Mal abwarten, was passiert.
Mitten in der Nacht weckt mich das Geräusch eines auf den Betonsteinen klappernden Tellers. Ich? Neugierig? Nie! Nachgeschaut wird trotzdem Es ist das Heckenschwein, was breit und schmatzend, halb auf dem Teller hockt. Kurz darauf ist das Nachtmahl auch schon beendet und ... und? ... und? .. Yeah! Man steckt seine Knopfnase schnuppernd in das Häuschen. Kurz darauf wird dann aber wohl die Inspektion des Gartens fortgesetzt. Madame, ich vermute mal, sie ist es, entschwindet. Ich tue es ihr gleich und verfüge mich wieder ins Bett.
20.10.2011
Morgeninspektion. Der Futternapf ist gut geräubert und vor dem Schlafhaus und in dessen Vorraum findet sich einiges an geschreddertem Papier, dem Füllmaterial der Schlafkammer. Die Kammer selbst aber ist leer.
Es beginnt der 2. Teil der Lock-, Traininggs- und/oder Gewöhnungsphase. Der offen stehende Teller wird nur mit ein wenig Futter belegt, dafür wird in der Vorkammer des Häusles liebevoll angerichtet: Ein Napf mit Futter und einer mit Wasser.
Der Abend kommt, der Igel nicht und läßt sich auch nicht mehr sehen.
21.10.2011
Ui! der Außennapf ist leer. Ein Blick ins Häusle; der Napf ist leer. Vorsichtig wird in die Schlafhöhle gefühlt. Da Papierschnipsel weich sind, muß das stachelige, was zu spüren ist.. drei Mal darfst Du raten ... richtig! Madame ist wieder eingezogen.
Jetzt heißt es abwarten, ob der Mietvertrag auf Dauer geschlossen wurde.
[to be continued]








